Im Januar 1976 wurde ich geboren. 75 Jahre nachdem Verdi in Mailand verstarb, und genau an dem Tag, als Houdini sich aus einer mit Wasser gefüllten Milchkanne befreite und diesen Trick „the milk can escape“ nannte. Aber das hat nichts zu sagen, denn ich kann weder zaubern noch klassische Musik komponieren. Stattdessen widmete ich mich dem Erzählen von Geschichten. Themenvielfalt war das Motto: Zirkus, das Mädchen von nebenan, die Elfen und Kobolde auf dem nicht vorhandenen Spielplatz hinter unserem Haus. Die Frühwerke gingen verloren, doch das Fabulieren brachte mich im zarten Alter von 13 Jahren zum „Kreatives Schreiben“-Kurs der William-Stern-Gesellschaft. Die hat sich damals mit der Förderung junger, schreibender Talente befasst, und das macht sie heute noch.
In einer kleinen Gruppe Jugendlicher wurde geschrieben, diskutiert und pubertiert – und all das unter professioneller Anleitung. Meine literarische Persönlichkeit begann sich zu formen, legte sich dann aber mit dem gerade gefertigten Abitur und der nach kurzer Zeit abgelegten Schwärmerei für eine Karriere als Europa-Sekretärin eine Weile zur Ruhe. Also packte ich zwei große Koffer, verdiente ein bisschen Geld und verschwand für mehrere Monate nach Madrid.
Die verzögerte Rückkehr verhinderte den Studentinnen-Status fürs Erste und begünstigte das zu der Zeit moderne Herumjobben. Eine neue Liebe und mehrwöchige Nepalreise später schrieb ich mich an der Uni für Anglistik ein, wechselte aber mit wehenden Röcken zu Romanistik (Spanische Literatur) und Neuerer deutscher Literatur im zweiten Hauptfach.
Rastlos getrieben und heillos verwirrt durch die literarischen Labyrinthe an der Uni begann ich eine Gesangsausbildung und gründete mit Freunden und der nicht mehr neuen, dafür umso größeren Liebe eine Band. Lieder schreiben war nur ein anderer literarischer Weg – trotzdem schrieb ich jetzt wieder Prosa, inspiriert von all den Künstlern, denen in meinem Studium literaturwissenschaftliche Korsetts aufgezwungen wurden, wo nicht einmal Unterwäsche von Nöten gewesen wäre.
Das Studium liegt hinter mir, ich kann immer noch nicht zaubern geschweige denn klassische Stücke komponieren, dafür darf ich mich jetzt Magistra Artium nennen. Weniger dieser Titel als meine kontinuierliche Erfahrung im Bereich Textkorrekturen brachte mich zu meiner jetzigen Anstellung als Lektorin. Und das war immer schon mein Plan gewesen.

Meine Texte umfassen Lyrik, lyrische Prosa und Erzählungen. Zumeist geht es um die Verklärung des vermeintlich Normalen sowie um die Erforschung und Erfassung emotionaler Landschaften. Ansonsten: bitte selber lesen. :o)

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