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Schäm dich für mich! Wirf mit Worten nach mir, die ihm Dunkeln leuchten, und sage mir, dass es dir nicht wehtut. Dass es dir vollkommen egal auf der
Straße begegnet und du ihm nicht einmal die Hand geben würdest, nicht einmal einen Blick schenken möchtest, nichts. Ich wohne in roten
Klinkern, du baust auf grauen Beton. Ja, schön war er damals, als Blumen sogar aus Trümmern wuchsen. Vergangenheit nagt an meiner Tür,
frisst sich zu meiner Seele und erbricht sich, angeekelt von dem was dort über den Rand ragt. Verschmäh meine Worte, Liebste, verschmäh mich
und seh mir ins Gesicht. Ich weiß, du kannst es, du hast es schon einmal getan, als wir am Rand saßen, erinnerst du dich? Ich hielt den Wahnsinn an der
Hand wie ein schüchternes Kind mit einer alten Seele. Du schenktest ihm Bonbons und ich habe dich vergiftet. Aber sterben wolltest du nicht. Nur leiden.
Vielleicht eine düstere Vision haben. Eulen bei Goya, aus Athen entführt wie Europa auf dem Stier, und den Nacken im Gras.
Ich vermisse dich.
Ich singe nicht von Perlen, ich sehne mich nicht nach roten Sonnen, ich träume nicht von weißen Kleidern, ich kenne nicht das Licht am Ende des Tunnels.
Erinnere dich, an die Spinnennetze, Kokosmilch auf unserer Haut, unsere Zungen verschlungen, Finger weiß wie Schnee auf deiner blass-gelben Haut,
Oliv über meinen Schultern.
Kauf mir eine Schlingpflanze, ich schenke dir Seerosen mit langen Armen unter der Wasseroberfläche, wickle mich ein in Rosmarin, ich bedecke deinen
Körper mit Salbei, hilf mir wieder, indem du schweigst, indem du lachst, indem du Bilder von mir machst und meine Haare kämmst. Ich streichle deine
Schulterblätter mit warmen, feuchten Tüchern und lege dir ein Seidenband um den Hals, das fürchtest du nicht, sag, du fürchtest es nicht.
Ich schlage mein Herz, ich sende Blut durch meine Adern, ich entgifte mich, ich häute mich. Ich sehe nur dich.
Gestern wanderte ich nahe deiner Straße, die ich kannte aus Echos und den schmächtigen Anglizismen und cremeschimmernden Haaren um sein Haupt.
Gestern sprach jemand anders wie du, in dich hinein, auf dem grünen Hügel – kennst du, Liebste, den grünen Hügel noch?
Du schicktest ihre Stimme in mein Herz. Deine Größe, deine Statur, weniger Ausland in den Augen, sanfter als dein Siegelring voll Gift und strahlendem
Pulver, aber kühl wie deine Hand auf meiner Brust.
Interessier dich nicht für mich. Vergiss mich.
Stahl schmiedet sich heimlich und still, ohne Worte wären wir nur Porzellan auf ihren Tischen. Verstanden haben wir uns nicht – vielleicht nur sie...
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